Eine Frage des Geldes: Wie viele Bankkonten sollte man haben?

Es gab Zeiten, in denen Menschen froh darüber waren, ein Bankkonto zu besitzen. Heute schaut die Sache anders aus. Zahlreiche Start-up Banken locken Kunden mit Gratiskonten zu sich, so dass manche Personen mindestens zwei oder mehr davon haben. Nun stellen wir uns die Frage, wie viele Geldkonten und Plastikkarten ergeben eigentlich Sinn?

Unterschiedliche Bedürfnisse erfordern vielerlei Lösungen

Da Menschen verschieden sind, ist es schwer, einen allgemeinen Rat auszusprechen. Es kommt auf die jeweilige Situation an. Da gibt es den Casinospieler, der sich regelmäßig einen 25 Euro Bonus ohne Einzahlung holt und das Zweitkonto benötigt, um sicher einzuzahlen. Oder der Vielreisende, der sich mit etlichen Karten wohler fühlt, damit er im Notfall immer Geld abheben kann. Personen, die dagegen fast alles bar bezahlen und kaum ins Ausland reisen, benötigen im Grunde nur ein Bankkonto.

Ein Top Ansprechpartner in einer Bankfiliale macht nach wie vor Sinn

Obwohl die zahlreichen Internetbanken mit ihren gratis Angeboten boomen – zum Beispiel N26 und Revolut – bieten die althergebrachten Geldhäuser nach wie vor Vorteile. Sie kosten zwar Gebühren, aber man bekommt einen gewissen Service geboten.

Vor Ort gibt es unter anderem eine persönliche Ansprechperson, die bei sensiblen Gesprächen in Folge zur Vertrauensperson in Geldangelegenheiten wird. Bei Direktbanken erfolgen Beratungen teils nur über Telefon oder per E-Mail. Viele Kunden fühlen sich dabei nicht wohl. Auch bei einer Kreditbeantragung hat die Hausbank die Nase vorn, weil man hier keine Nummer ist. Zudem sind Ein- und Auszahlungen am Schalter möglich.

Die Zweitbank stellt das ideale Notfallkonto dar

Als Zweitkonto sind Direktbanken in Ordnung. Sie bringen wiederum zeitgenössische Vorteile mit sich, die Hausbanken teilweise nicht bieten. Debitkarten, moderne Apps zur Finanzkontrolle und eine Sofortsperre der Karte per Knopfdruck beispielsweise. Diese Geldkarten eignen sich ausgezeichnet für Reisen oder für jene, die ihr Geld gerne auf verschiedenen Konten parken.

Ein zweites Konto zu besitzen hat außerdem den Vorteil, dass man immer ein Backup-Konto hat, falls eines nicht funktioniert. Dieses Szenario kommt tatsächlich öfter vor als erwartet, hauptsächlich im Urlaub, wenn der Geldautomat die Karte nicht erkennt.

Neben der klassischen Girokarte werden gerne Mastercard oder Visa Debitkarten mitgeliefert. Sie funktionieren wie richtige Kreditkarten und lassen sich überall dort einsetzen, wo die echten akzeptiert werden. Da Guthabenkarten dieser Art meist kostenlos erhältlich sind, ist der Besitz mehrerer vorteilhaft und sie lassen sich im Notfall ideal verwenden.

Ein Zweitkonto für das Business

Freiberufler oder Unternehmer, die den Überblick über Ihre Ein- und Ausgaben bewahren möchten, legen sich für ihre Firma ebenfalls ein zweites Konto zu. Freelancer kommen in der Regel mit kostenlosen Konten klar. Eine GmbH oder jene Selbstständige, die viele Posten verbuchen, wenden sich eher an klassische Banken, weil sich in Sachen Kredite, Sparprodukte und Anlagemöglichkeiten besser mit dem persönlichen Berater verhandeln lässt.

Zu viele Konten führen schneller ins Chaos

Die bunten Plastikkarten und ihre teilweise verspielten Features machen zwar Spaß, speziell, wenn es sich um Gratiskonten handelt. Mehrere Konten können aber auch Chaos verursachen. Jede Geldkarte benötigt eine eigene PIN und früher oder später verliert der Besitzer den Überblick über die Ausgaben. Wer sein Geld anlegen möchte, wählt ein Konto mit verschiedenen Sparbereichen, in denen alles geordnet und übersichtlich bleibt.

Höchstens drei genügen im Durchschnitt – doch jeder entscheidet für sich

Jeder bestimmt selbst, mit wie vielen Karten er klarkommt. Wir würden behaupten, höchstens drei genügen, um für den Notfall gerüstet zu sein. Es ist jedenfalls nicht empfehlenswert, die Hausbank komplett aufzugeben. Ja, sie kostet Gebühren, aber manchmal ist sie unerlässlich.

Internetbanken ohne Filiale bieten zum Beispiel Einzahlungen in Supermärkten an. Der Spaß hört aber spätestens dann auf, wenn die Kassiererin den Inhalt des Sparschweins zählen muss. Obgleich die Anzugträger in den Filialen altbacken wirken – lieber spricht man diese an, als sensible Bankgeschäfte in der Supermarktschlange durchzuführen. Alt ist nicht immer verkehrt.